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Israel2018

Fühlt sich an, als wäre es schon eine Ewigkeit her, dabei sind wir gerade mal vor zweieinhalb Monaten voller Vorfreude ins Flugzeug gestiegen. Am Montag, den 22.01. haben wir dann nach drei Monaten Trennung endlich unsere Austauschschüler wieder gesehen und sind in den Gastfamilien müde und euphorisch zugleich sofort ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen ging es dann schon mit einem Unterrichtsbesuch los und man kann definitiv sagen, dass Schule dort ganz anders abläuft. Für die Israelis ist es durchaus normal, wenn man keine Lust mehr hat, einfach den Raum zu verlassen und je nach Belieben wieder zu kommen. Oder halt auch nicht. Am Nachmittag haben wir uns dann das dreckige und kaputte, aber aufgrund der immergrünen Palmen und bunten Lichter auch bei schlechtem Wetter (ca. 13°C und Regen) wunderschöne Tel Aviv angeschaut. Am Ende gab es dann noch die Möglichkeit auf dem Markt alle möglichen Gewürze, Souvenirs, Früchte, Teesorten und  Süßigkeiten zu betrachten oder zu kaufen. Wir hatten zwar praktisch 10 Tage Dauerregen, aber wir haben uns davon nicht den Spaß verderben lassen.
So waren wir auch alle im Toten Meer schwimmen und haben uns, wie in den ganzen Reisezeitschriften und Filmen immer gezeigt wird, treiben lassen (Ja, es funktioniert wirklich!), nachdem die Tour in die Wüste leider wortwörtlich ins Wasser gefallen war. Wir haben demnach keine Wanderung gemacht, zum Aufatmen einiger Mitschüler, jedoch konnten wir die Wüste im Gegensatz zu den meisten anderen auch mal bei Wind und Regen  betrachten. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Improvisationskünste unseres very unique Tourguide!
Das tolle an Israel ist, dass dieses Land zwar winzig ist, man aber trotzdem alles vorfinden kann, was ein Land zu bieten hat. Während wir uns im Süden mit besagter Wüste, dem Toten Meer und der Festung Massada auseinandergesetzt haben, waren wir im Norden auch auf den Golanhöhen und am See Genezareth, über den ja bekanntlich Jesus gelaufen ist. Auch hier war das Wetter leider eher schlecht und man hat aufgrund des Nebels recht wenig gesehen, schön war es aber allemal. 
Natürlich haben wir auch eine Menge Städte besucht. Neben Tel Aviv waren wir noch in Jerusalem, wo wir die Grabeskirche, Klagemauer und einen weiteren Markt besucht haben, in Nazareth, dort haben wir uns eine Synagoge und noch einen Markt angeschaut, und in Haifa, wo wir unter anderem tatsächlich sogar zwei verschiedene Märkte bewundert haben. Sie sehen, Zeit zum Einkaufen war genug. 
An einem besonders schönen Tag haben wir uns dann alle mit unseren Austauschschülern auf den Weg zum Strand gemacht und tatsächlich waren auch dieses mal bei 16°C nach Sonnenuntergang einige schwimmen. 
Neben all diesen freizeitlichen Aktivitäten haben wir aufgrund der deutsch-israelischen Vergangenheit natürlich auch eine Menge Geschichtliches und Politisches gelernt. So waren wir zum Beispiel in Yad Vashem, einem Museum und gleichzeitig Denkmal für alle Holocaustopfer, und hatten ein wirklich berührendes und trauriges Gespräch mit einem deutschen Überlebenden des Holocaust. Auch über die Entstehung und aktuelle politische Lage des Staates haben wir viel gelernt und von allen möglichen Seiten, ob Direktor der Schule, Film, Museum oder Austauschschüler selber, verschiedene Perspektiven auf diese zweifelhafte, aber dennoch überaus interessante Entstehungsgeschichte gehört und uns somit auch eine eigene Meinung darüber gebildet.
Was uns alle aber am meisten beeindruckt hat, und da sind wir uns einig, ist die Kultur, die Religion und einfach die lebensfrohe Art und Lebensweise der Israelis. Was die Religion betrifft, so kann man eindeutig sagen, dass das Judentum für sie nicht bloß ein Glaube, sondern eine Nationalität, ein Teil ihrer Heimat ist. Tatsächlich sind viele der Einwohner vor allem in Tel Aviv gar nicht so gläubig, wie es vielleicht scheint, es ist eher so, wie wenn Deutsche, die nicht an Gott glauben, Weihnachten feiern. Letztendlich geht es nicht um die Verbindung mit Gott, sondern die Vereinigung mit der eigenen Geschichte, der Familie, der Heimat. Für sie ist es ganz normal, dass die Familie sich jeden Freitag Abend trifft und zusammen isst.
Apropos Essen, kaum eine Küche ist so vielfältig wie die Israelische. Das kommt daher, dass seit Anbeginn des Zionismus Juden aus der ganzen Welt  nach Israel strömen und ihre Traditionen teilweise mitgebracht und eingebürgert haben. So haben auch wir alle Hummus, Pita, Falaffel, Jachnun etc. gegessen. Und wer weiß, vielleicht steht bei dem ein oder anderen ja ab jetzt auch ein Hummuspott auf dem Abendbrottisch.
Das Beste zum Schluss und das sind, wer hätte das gedacht, die Menschen. Jetzt gerade kann ich zwar nur für mich selber und meine Freunde sprechen aber eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Reise und die Freundschaft mit diesen Leuten jeden einzelnen verändert hat. Als die Israelis bei uns waren, kann ich mich ganz genau daran erinnern, wie die laute und energetische Art uns alle erst einmal verwundert hat. Am Ende weiß ich nicht, ob es die Musik war oder die Art, wie sie zu jedem Lied gesungen oder getanzt haben (auch bei den deutschen Liedern haben sie mitgesungen) oder ihre offene Art, mit der sie jeden von uns begrüßt haben, aber seitdem sind wir ganz sicher alle ein Stückchen mehr Israeli und da bin ich mehr als dankbar für. Ganz sicher wird keiner diese Zeit je vergessen können, auf ein baldiges Wiedersehen, Israel.
Lehitraot, Chaverim. Toda.