Fremdsprachen
Es gibt viele Gründe für ein differenziertes Fremdsprachenangebot an der Schule:- Das Lernen von Fremdsprachen dient der Persönlichkeitsentwicklung und der Identitätsbildung. Fremde Sprachen erschließen Wirklichkeiten, die außerhalb des eigenen Erfahrungsbereiches liegen, und erweitern den Horizont.
- Fremde Sprachen helfen dem Menschen, sich in der Welt zu orientieren und sich mit anderen kulturellen Traditionen auseinander zu setzen.
- Der Austausch innerhalb unterschiedlicher europäischer Kulturen trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Toleranz zu fördern. Er schafft Verständnis für die gemeinsamen Grundlagen und Wertetraditionen des europäischen Kulturkreises.
- Der Fremdsprachenunterricht erweitert das Repertoire sprachlich-sozialen Handelns, weckt Interesse und Freude am sprachlichen Lernen, fordert die Bereitschaft zu kreativem Sprachgebrauch.
- Mit Hilfe von Sprache äußern Menschen Absichten, Gedanken und Gefühle, stellen die Verbindung zu anderen Menschen her und gestalten ihre sozialen Beziehungen. Durch Sprachreflexion befähigt der Fremdsprachenunterricht Schülerinnen und Schüler, mit Sprache bewusster umzugehen.
- Im zusammenwachsenden Europa wird eine verbreiterte Sprachenkompetenz der jungen Menschen über Berufs- und Lebenschancen entscheiden.
Englisch ab Klasse 5, Französisch ab Klasse 7. Mit der in Klasse 9 einsetzenden Differenzierung kann dann entweder Latein oder Italienisch hinzugenommen werden; alternativ hierzu kann Informatik gewählt werden, falls die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften entsprechend gut sind. Latein ab Klasse 9 eröffnet die Möglichkeit, am Ende der Jahrgangsstufe 12 das Latinum zu erwerben, bei entsprechender Nachfrage Latein bis zum Ende der Jahrgangsstufe 13 weiterzubelegen und dann auch ggf. als Abiturfach zu wählen. Sollte man sich neben Latein ab Klasse 9 bei der Kurswahl in der Oberstufe für Italienisch neu einsetzend entscheiden, ist es sogar möglich - bei entsprechendem Interesse selbstredend - Englisch, Französisch, Latein und Italienisch, also vier (!) Sprachen zu lernen.
Übersicht:
| Klasse | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Englisch | X | X | X | X | X | X | W | W | W |
| Französisch | X | X | X | X | W | W | W | ||
| Latein | W | W | W | L | W | ||||
| Italienisch | W | W | W | W | W |
Übersicht ab 2005/06:
| Klasse | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Englisch | X | X | X | X | X | X | W | W |
| Französisch | X | X | X | X | X | W | W | |
| Latein | W | W | W | W | L | |||
| Italienisch | W | W | W | W | W |
| X | Pflichtfach |
| W | Wahlfach |
| L | Latinum |
Dieses differenzierte Fremdsprachenangebot wird verbunden mit einer möglichst früh einsetzenden und gezielten aufbauenden Anwendung der Fremdsprachen im Sinne der Mehrsprachigkeit.
So werden in den Klassen 9 und 10 sowie auch in der Oberstufe im Geschichtsunterricht bilinguale Module angeboten : Einheiten von 2- 3 Wochen werden in englischer Sprache unterrichtet, wenn es sinnvoll erscheint, z.B. Sequenzen aus der englischen und amerikanischen Geschichte.
Austauschprogramme bestehen mit Schulen in England, Frankreich, Italien und Israel. "Erziehung zur Mehrsprachigkeit" als Element des Schulprogramms 1. Kontext und Legitimation
Der fortschreitende Prozess der europäischen Integration, die zunehmende Mobilität auf dem internationalen, vor allem europäischen Markt sowie die größere soziale Heterogenität der Schülerschaft infolge verstärkter Migrationen machen die Erziehung zur Mehrsprachigkeit zu einem wichtigen Pfeiler in der schulischen Erziehung junger Europäer. Der Europarat postuliert die Erziehung zur Mehrsprachigkeit, nicht die Erziehung zur Zweisprachigkeit als Maxime seiner Sprachenpolitik in einem sprachenteiligen Europa. Erziehung zur Mehrsprachigkeit bedeutet hier das Lernen mehrerer Fremdsprachen von Individuen (individuelle Mehrsprachigkeit). Die Erziehung zur Mehrsprachigkeit umfasst nach Auffassung der Sprachenabteilung des Europarates das aktive Erlernen von mindestens 2 Fremdsprachen (produktive Mehrsprachigkeit), wobei Englisch als Leitsprache anerkannt wird, ferner zumindest die rezeptive Beherrschung von weiteren Fremdsprachen (rezeptive Mehrsprachigkeit). Dabei erfolgt die Vermittlung des sprachlichen Lernens in enger Verknüpfung mit der Vermittlung von europaorientierten Lerninhalten und mit interkulturellem Lernen. Im Europäischen Jahr der Sprachen 2001 sollen zahlreiche Veranstaltungen zum Sprachenlernen und interkulturellen Lernen angeboten werden. In Deutschland wurden mit der "Erschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen zur europäischen Dimension im Bildungswesen" vom 24. Mai 1988 Aktionen und Maßnahmen eingeleitet, die eine stärkere Berücksichtigung des europäischen Gedankens auf den verschiedenen Ebenen der nationalen Bildungsprogramme und die Förderung der Mehrsprachigkeit bewirken sollten. In Nordrhein-Westfalen wurden seit 1988 zwei Modellversuche zur Erprobung entsprechender schulischer Maßnahmen durchgeführt: "Lernen für Europa" und "Erziehung zur Mehrsprachigkeit". Im Anschluss daran wurde ein "Netzwerk Fremdsprachen NRW" 1999 ins Leben gerufen, an dem neben etwa 86 Schulen auch das Clara-Schumann-Gymnasium beteiligt ist. In den neuen Richtlinien haben die Erziehung zur Mehrsprachigkeit und die europäische Dimension der Erziehung einen festen Platz. 2. Vorschläge zur Verankerung der "Erziehung zur Mehrsprachigkeit" im Schulprogramm
Entscheidend für die Verankerung der Erziehung zur Mehrsprachigkeit in einem Schulprogramm ist, dass sprachliches und europaorientiertes Lernen gemeinsame Aufgabe aller Fächer wird. Dies bezieht sich auf den Unterricht in den einzelnen Fächern wie auf fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten. Dabei beginnt Erziehung zur Mehrsprachigkeit im Umgang mit der Muttersprache (vgl. M. Wandruszka). Im einzelnen bieten sich folgende Maßnahmen an: 2.1. im Fachunterricht
Im Unterricht aller sprachlichen Fächer wird im Sinne einer Didaktik der Mehrsprachigkeit für das Zusammenhängen von mehreren Sprachen (Sprachkongruenzen) sensibilisiert sowie Kompetenzen vermittelt, die das Erlernen weiterer Sprachen vorbereiten und erleichtern. In diesem Zusammenhang sind wichtig...
- der Aufbau von Strategien und Techniken zur Ableitung von Wortbedeutungen (z.B. bei Fremdwörtern, fachsprachlichen Schlüsselwörtern);
- der Aufbau von Lernerstrategien und Arbeitstechniken zur Textrezeption, zur schriftlichen Textproduktion, zur mündlichen Kommunikation;
- die Auswahl von europaorientierten Themen, wenn dies möglich und curricular abgesichert ist;
- der Einsatz von authentischen fremdsprachlichen Arbeitsmaterialien, falls sich dies thematisch anbietet, fachlich begründen und sprachlich rechtfertigen lässt;
- die Vermittlung von Methoden des interkulturellen Lernens (Empathie, Perspektiv-Wechsel, Kontrastierung).
2.2. fachübergreifend im Rahmen des Schulprogramms
Im Rahmen des Schulprogramms werden fachübergreifend konkrete Maßnahmen zur Förderung der Mehrsprachigkeit durchgeführt: - das klar strukturierte, transparente Angebot von mehreren Fremdsprachen;
- das Angebot von bilingualen Modulen (phasenweise Fachunterricht in der Fremdsprache , z.B. in Erdkunde und Geschichte);
- die Durchführung von Projekten des sprachlichen und interkulturellen Lernens (eventuell sogar mehrsprachige Projekte, literaturkundliche Projekte aus dem Bereich der europäischen Literaturen , z.B. Theaterprojekte);
- die Erprobung des Sprachenportfolios;
- die Teilnahme am Bundesfremdsprachenwettbewerb und an Sprachprüfungen mit internationalen Standards (APIEL, DELF ....);
- die Durchführung von internationalen Austauschmaßnahmen: Begleitung von Auslandsaufenthalten; gegebenenfalls die Organisation von Betriebspraktika im Ausland;
- die Beteiligung an europaorientierten Projekten im Rahmen des Comenius-Programms.












