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Eine Projektgruppe von Schülern aus dem Geschichts-Leistungskurs eröffnete gestern in Raum A019 den Ilse Fröhlich-Raum und setzte damit eine Idee der Geschichts-Fachkonferenz in die Tat um. In Anbindung an den Unterricht über die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland und die Entrechtung und Verfolgung von Juden gestalteten vier Schülerinnen und Schüler die Lehrerbibliothek, den Ort des damaligen jüdischen Religionsunterrichts, in eine beeindruckende Gedenkstätte um. Der Raum arbeitet in drei Stationen in Anlehnung an den ihr gewidmeten Stolperstein in Siegburg mit den Aspekten „Gedemütigt“, „Entrechtet“ und „Flucht in den Tod“ das kurze Leben der Ilse Fröhlich auf.

Eine von der Projektgruppe zum Thema gestaltete Audiodatei finden Sie hier: https://www.clara-online.de/ilse-froehlich-gedenken

 

Ilse Fröhlich wurde am 11. Februar 1919 in Bonn-Dottendorf geboren. Da ihre Mutter vier Tage nach der Geburt verstarb, wurde Ilse von ihrem Vater, einem jüdischen Modehausbesitzer, und seiner Mitarbeiterin, die von der Familie Frau Degen genannt wurde, großgezogen. Von 1928 bis 1931 besuchte Ilse das Städtische Lyzeum Siegburg. Im Alter von 12 Jahren wechselte sie an die Städtische Studienanstalt, das heutige Clara-Schumann-Gymnasium. In dem nun nach ihr benannten Raum erhielten sie und einige andere Schülerinnen jüdischen Religionsunterricht bei Rabbi Seligsohn. 1936 musste Ilse die Schule verlassen, da die antisemitischen Nationalsozialisten unter der Regierung Adolf Hitlers keine jüdischen Schülerinnen mehr duldeten. Somit konnte sie ihren Traum vom Abitur nicht erfüllen und trat eine Lehre in einem Kölner Bankhaus an. Die antisemitischen Gesetze beeinflussten nicht nur ihre Karriere. Auch ihre Liebesbeziehung zu Rudolf, einem Wehrmachtssoldaten, konnte sie nicht frei ausleben, weil die Nürnberger Rassengesetze von 1935 eine Beziehung beziehungsweise Heirat zwischen Juden und Nichtjuden unter Strafe stellten. Ilse und Rudolf wussten, dass sie in diesem Regime keine gemeinsame Zukunft haben würden und entschieden sich deswegen für den Freitod.

Der nach Ilse Fröhlich benannte Raum am Clara-Schumann-Gymnasium soll dem Schicksal Ilse Fröhlichs gedenken, an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und uns Schülerinnen und Schüler immer als Mahnung vor derartigen oder vergleichbaren Taten dienen.

Franz Janssen, Anka Kreide, Robert Kühn und Sophie Schlüter, Q2 [Schuljahr 2018/19]

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