Sechs besonders an Medienberufen interessiere Schüler besuchten mit Herrn Leyhe die Schülermesse "Traumberuf Medien".
Dort gab es Informationen an über 30 Info-Ständen von Hochschulen und Medien-Akademien und eine Podiumsdiskussion mit dem WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn.
Schönenborn ist bekannt aus der ARD-Wahlberichterstattung. Eine Schülerin fuhr danach wieder nach Bonn mit dem konkreten Angebot für einen Praktikumsplatz in der Tasche.
Ein grauer Oktober-Tag, 9.00 Uhr, Tanzbrunnen Köln: Die Messe "Traumberuf Medien" platzt gleich aus allen Nähten.
Hunderte von Oberstufenschülern, meist ganze Gruppen, aus ganz NRW treffen ein, um sich über "Wege in den Journalismus" oder "Wege in Grafik, Design und Werbung" zu informieren. Ein wahrer "Top-Event", wie die Podiumsdiskussion mit Jörg Schönenborn zeigte.
Wahre Journalistenprofis, wie der WDR-Chefredakteur oder die bekannte langjährige Russland-Korrespondentin der ARD und mittlerweile Dozentin an einer Privat-Uni, Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, stehen den Schülern Rede und Antwort. Ebenso der Direktor einer der größten Journalistenschulen in Deutschland, der Axel-Springer-Akademie.
Eines wird bei allen deutlich: Für diesen Beruf muss man Leidenschaft mitbringen. Wer Journalist werden will, muss es vor allem "wollen". Es braucht häufig Geduld, viel Geduld und Nervenstärke, wenn man, so Krone-Schmalz, "von ungefähr 300% Information nur etwas 10% verwerten kann" oder stundenlang auf einen Interview-Partner warte.
Eine ganz klare Aussage von allen Podiumsteilnehmern: Nicht zu früh festlegen! Sich selber testen, ob man sich z.B. überhaupt einen Beruf vor der Kamera vorstellen kann oder ob man vielleicht lieber hinter den Kulissen unverzichtbare Arbeit macht.
Zur Motivation der Schüler: Ein gutes Abitur nützt und zum Trost: Ein schlechtes Abitur muss nicht schaden. Oft waren es durchaus Glück und Zufall, die die Karriere der beiden Top-Journalisten vor der Kamera befördert hat.
Aber es können und wollen nicht alle direkt auf die Mattscheibe und Top-Journalisten werden, die in Deutschland jeder kennt. Deutlich wurde auch, wie wichtig der Lokaljournalismus ist. Egal ob Redakteur bei einer Zeitung oder einem großen Fernsehsender: Alle haben mal "klein" angefangen und z.B. Praktika gemacht oder Jobs gehabt bei Lokalzeitungen. Deren Bedeutung dürfe man gar nicht unterschätzen.
Frau Merkel bekomme es natürlich nicht immer mit, wenn man Kritisches über sie schreibe. Der Bürgermeister vor Ort aber schon und der rufe dann auch oft direkt an. Als Journalist weiß man: "Den treffe ich morgen wieder". Gerade dieser Arbeitsbereich erfordere vor allem auch Mut.
Und was bringt so eine Messe den Schülern? Hoffentlich ein bisschen mehr Licht ins Dunkel der immerwährenden Frage: "Und was mache ich nach der Schule?!". Vielleicht ein bisschen mehr Information und das Gefühl "Ja, das ist es!" oder "Nein, auf keinen Fall, das ist ja doch nicht so, wie ich es mir immer vorgestellt habe!".
J. Leyhe, Lehrer für Sozialwissenschaften/Politik und Französisch