Erfahrungsbericht über einen zweimonatigen Austausch im Rahmen des Brigitte
Sauzay Programms des Deutsch-Französischen-Jugendwerkes
Von Simon Beckenkamp (aktuell 8. Klasse)
Einleitung: Wo war ich und wie kam es dazu?
Ich habe einen Austausch nach Frankreich gemacht. Die Kontakte dorthin habe ich von meiner Schwester bekommen, die auch einen Austausch dorthin gemacht hat, der wie mir auch von dem Brigitte-Sauzay Programm ermöglicht wurde. Mein Austauschpartner heißt Matéis und ist wie ich 13 Jahre alt. Er wohnt in Crolles in der Nähe von Grenoble und wir gehen in die 8. Klasse (in Frankreich 4ème). Wir nahmen Kontakt über Skype auf, telefonierten einige Male, konnten uns vorstellen den Austausch zu machen und Alles Organisatorische wurde zwischen den Eltern geklärt und auch die Schule gab ihre Zustimmung. Damit war es beschlossen! Ich würde nach Frankreich gehen.
Der erste persönliche Kontakt: Matéis ist zwei Monate in Deutschland!
Am 6. Januar war es dann endlich so weit. Matéis kommt am Frankfurter Flughafen an. Es gibt erste kleine Versuche zu kommunizieren. Er gewöhnte sich schnell an die deutsche Sprache und bald werden schon lange Gespräche daraus. Damit wusste ich dann auch schon, wie ich es in Frankreich machen werde.
Mein Aufenthalt in Frankreich
Der erste Eindruck – die ersten Erfahrungen
Am Faschingsdienstag ,nachdem Matéis hier noch ein für ihn wahrscheinlich unvergessliches Karneval gefeiert hat, flogen wir zusammen zum Flughafen in Lyon. Dort wurden wir von seinen Großeltern abgeholt, die ich schon in Bonn kennengelernt hatte. Zu Hause angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Matéis sechsjähriger kleiner Bruder mochte mich sofort und auch ich schloss ihn schnell ins Herz. Wir saßen beim Essen und im Auto immer nebeneinander.
Einleben in den Alltag
Es gab viele Unterschiede zwischen dem Alltag in Deutschland und dem Alltag in Frankreich. Zum Beispiel fuhren wir jeden Tag mit dem Fahrrad fünf Minuten zur Schule wohingegen ich in Deutschland mit dem Bus eine knappe halbe Stunde mit dem Bus und dannach noch circa 10 Minuten mit der Bahn zur Schule fahren muss. Auch bei den Mahlzeiten und dem Essen speziell gab es mehrere Unterschiede. Nach jedem Essen vor dem Dessert isst man Käse mit Brot. Auch das Brot dort unterscheidet sich dem deutschen Brot, da man dort ausschließlich Baguette isst.
Es gab auch noch andere Umgewöhnungen, insbesondere in der Schule. Wir hatten nämlich jeden Tag Nachmittagsunterricht außer am Mittwoch, der daher sehr beliebt war. Auch machten dort keine Lehrer die Aufsicht und kümmerten sich darum das nichts passiert, sondern es gab dort dafür extra engagierte Aufpasser.
Die Highlights
Das absolute Highlight war die Klassenfahrt mit dem Lateinkurs nach Italien. Es wurde von der dortigen Schulleitung erst kurz davor beschlossen, dass ich auch an der Klassenfahrt teilnehmen darf, da es bis dorthin in der Schule gut geklappt hat. Natürlich war die Vorfreude groß und es war noch besser als ich es mir vorgestellt habe.
Es gab natürlich auch Highlights außerhalb der Schule mit der Familie. Wir waren zum Beispiel mehrere Male Skifahren, davon einmal in Courchevel und Val d´Isère. Das sind zwei der größten Skigebiete Europas, und da ich begeisterter Skifahrer bin, war ich von dem riesigen Angebot fasziniert.
Wir unternahmen auch einige Wanderungen in der dortigen Umgebung. Dabei sah ich das erste Mal in meinem Leben mehrere Feuersalamander. Ihre Haut ist schwarz-gelb glänzend gefärbt, und ihre Haut ist, wie bei Amphibien üblich, etwas glitschig. Die Salamanderweibchen laichten gerade am Fluss ihre Eier ab.
Was wäre ein Bericht über Frankreich, ohne etwas über das Essen zu sagen? Viele Mahlzeiten waren ein Highlight, und ich denke sehr gerne an die Crêpes oder Quiches, die auf den Tisch kamen. Die Crêpes schmeckten mir so gut, dass ich mir vom Vater ein original französisches Crêperezept beibringen ließ. Damit hatte ich dann eine prima Idee für ein Souvenir – zumal mein Papa auch sehr gerne kocht. Es war eine originale, sehr hochwertige Crêpepfanne. Sie wurde direkt nach der Ankunft in unserer Küche eingeweiht.
Fazit: Was hat mir der Austausch gebracht
Meiner Meinung nach hat mir der französische Austausch sehr geholfen die französische Sprache und Kultur näher kenne zu lernen. Auch nachdem ich nach Frankreich zurück war und meine tollen Erfahrungen mit anderen teilte, kamen direkt zwei Jungen aus der Parallelklasse und fragten mich, ob ich eventuell Matéis fragen könnte, ob er noch weitere Schüler beziehungsweise Familien kenne, die auch für einen Austausch bereit wären.