Kommunalwahlkandidaten bei Erstwählern am Clara
Offener Brief der Kandidaten pro Musiksaal am Clara-Schumann-Gymnasium
Die neue kommissarische Schulleiterin, Angela Maintz, begrüßte am vergangenen Montag die Südstadt-Kandidaten zur Kommunalwahl 2014 am Clara-Schumann-Gymnasium.
Die Lokalpolitiker standen dort den Oberstufenschülern Rede und Antwort.
Dabei zielten die Fragen der Schüler zunächst auf die kommunalen Finanzen und die prekäre Lage der Stadt Bonn.
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Seit nunmehr fast zwei Jahren wartet der Musiksaal des Gymnasiums, das den Namen einer berühmten Musikerin trägt, auf Fertigstellung. Die Kandidaten, Henriette Reinsberg (CDU), die einmal selbst Clara-Schülerin war, Dr. Sebastian Scharte (SPD), Tim Achtermeyer (Grüne), Elmar Conrads-Hassel (FDP), Bernhard Wimmer (BBB) und Holger Schmidt (Linke) sprachen sich für eine schnellere Bearbeitung durch das Städtische Gebäudemanagement aus und wollen sich dafür einsetzen. Auf Vorschlag von Tim Achtermeyer (Grüne) u.a. durch einen offenen Brief, in dem sich die Südstadt-Kandidaten für eine Fertigstellung des Musiksaals aussprechen.
Henriette Reinsberg (CDU) und Dr. Sebastian Scharte (SPD) erläuterten den Zusammenhang z.B. zwischen den Kosten für ein möglicherweise entstehendes Festspielhaus und dem Schulbücheretat. Das Publikum, darunter auch Lehrer des Clara, machten deutlich, dass in Kürze dringend neue Schulbücher angeschafft werden müssten, da es in der Oberstufe neue Lehrpläne gebe. Elmar Conrads-Hassel (FDP) propagierte das Modell der „selbständigen Schule“, mit dem sehr gute Erfahrungen gemacht wurden.
Auch der kulturelle Bereich war für die Schüler von Interesse. Während der Kandidat der Grünen, Achtermeyer, darauf hinwies, dass Bonn seiner Ansicht nach „nicht nur aus Beethoven bestehe“, verteidigten Reinsberg (CDU) und Conrads-Hassel (FDP) die Pläne, Bonn weiter als Beethoven-Stadt zu etablieren. Dr. Sebastian Scharte (SPD) verwies darauf, dass aber auch ein Rock-Pop-Zentrum und ein Konzertsaal anstelle des Alten Schlachthofs geplant seien.
Die Schüler interessierte in diesem Zusammenhang auch die Stellung des Sports in der Bundesstadt.
Die Kommunalpolitiker waren einhellig der Meinung, dass der Sport, der sich laut Bernhard Wimmer (BBB) mittlerweile gut organisiert dargestellt habe, was er ausdrücklich begrüße, nicht gegen die Kultur in Bonn ausgespielt werden dürfe. Dr. Sebastian Scharte (SPD) kritisierte die bisherige schwarz-grüne Ratsmehrheit. Es seien aufwändige Umfragen zur Bäderschließung durchgeführt worden, aber die bisherige Mehrheit habe weiter nichts gemacht.
Natürlich wurde noch die „Millionenfalle WCCB“ angesprochen. Ebenso versprachen die Südstadt-Kandidaten sich dafür einzusetzen, dass die Verwaltung zügiger als bisher Beschlüsse des Rates umsetzt.
Auch wenn nicht alle kommunalpolitischen Themen behandelt werden konnten, war die Veranstaltung eine Hilfestellung für die Schüler als Erstwähler bei ihrer Entscheidung am 25. Mai.
Nicht in Vergessenheit geraten dürfe die gleichzeitig stattfindende Europawahl, bei der zwar noch nicht die Schüler (Mindestalter für die Wahl 18 Jahre), wohl aber ihre Eltern zur Wahl aufgerufen seien.