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Mein „Brigitte-Sauzay-Programm“ 2013/2014 - Bericht von Jil Herbertz (derzeit 9a) 

Unmittelbar nach unserem einwöchigen Schüleraustausch mit einer Schule in Caen hat Herr Baum in der Klasse nachgefragt, ob nicht bei einem von uns Interesse besteht, an einem Austausch für 3 Monate mitzumachen.

Ich fand das sofort spannend und habe mich spontan dazu entschieden. Ich wollte noch mehr von diesem Land und der Sprache dort kennenlernen. Eine Schülerin, die zuvor hier in Bonn bei einer Stufenkameradin war, suchte eine Austauschpartnerin für das Brigitte-Sauzay-Programm. 

Ich nahm per mail Kontakt zu ihr auf. Sehr schnell war uns beiden klar, dass wir uns verstehen und uns vorstellen konnten lange Zeit miteinander zu verbringen.

Meine Eltern nahmen Kontakt zu der französischen Familie auf und wir klärten die Austauschzeiten.

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Alexiane kam Mitte September 2013 und blieb bis kurz vor Weihnachten.

In dieser Zeit haben wir alles zusammen erlebt.

Der tägliche Schulbesuch mit Bahnfahren, Klassenarbeiten, Tests, sowie freie Zeiten am Abend und am Wochenende. Alexiane wurde in der Schule von allen herzlich aufgenommen und einige Freundschaften konnten geschlossen werden. 

Wir haben so viel es ging mit ihr unternommen, damit sie unser Land und die Menschen hier näher kennenlernen konnte. 

Mitte Januar war es dann für mich soweit nach Caen, der Hauptstadt der Normandie anzureisen. 

Alexianes Familie hat mich dort herzlich in Empfang genommen. Die Unterschiede in der französischen Familie waren nur gering, zum Beispiel haben wir 4 mal täglich zusammen gegessen, das bin ich nicht gewohnt.

An den Wochenenden bin ich mit ein paar Freundinnen zum Reiterhof gefahren oder wir haben einen Einkaufsbummel gemacht.

Unter der Woche war ich jeden Tag dort in der Schule und durfte alles kennenlernen. Arbeiten und Tests wurden von mir mitgeschrieben, als Unterstützung im Deutschunterricht konnte ich bei Bedarf in einer 5ten Klasse mithelfen.

Im Fach Geschichte habe ich festgestellt, dass die Franzosen sehr viel Wert auf den Zweiten Weltkrieg und ihre eigene Geschichte legen.

Deutliche Unterschiede gibt es bei den Schulzeiten. Jeden Tag bis 17:30 Uhr! 

Aber die Schulen liegen alle sehr nahe am Wohnhaus und so hat man immer noch genug Zeit für Hausaufgaben und Lernen.

Außerdem ist dort jede Schulstunde 55 Minuten lang und es gibt fast keine Doppelstunden. Da ich es so nicht gewohnt bin, war es teilweise anstrengend für mich. In der ersten Zeit konnte ich dem Unterricht nur schwer folgen, da ich nicht alles verstehen konnte. Nach ca. 4 Wochen hatte ich es leichter mich zu unterhalten und konnte ganz gut am Unterricht teilnehmen. Am Anfang hatte ich Angst, dass mein Französisch aus der Schule nicht ausreichen wird. Diese Befürchtung hat sich aber ganz schnell in Luft aufgelöst, denn ich war gut vorbereitet. Natürlich haben mich die Mitschüler, Lehrer und Freunde von Alexiane gut aufgenommen und teilweise Rücksicht auf mich genommen.

Anfang März waren dort zwei Wochen Ferien.

Meine Gastgeberfamilie ist mit mir für 5 Tage nach Paris gefahren.  Wir waren im Louvre, auf und unter dem Eiffelturm, in einem Bunker und auf Montmartre. Eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und eine Shoppingtour rundeten den Besuch ab. Ich fand es sehr interessant und toll, dass ich Paris noch einmal etwas anders kennenlernen durfte. Zusätzlich habe ich in Caen noch sehr viel über den Zweiten Weltkrieg lernen können, denn Caen ist eine sehr geschichtsträchtige Stadt. Mit der Klasse haben ich das Mémorial besucht und wir haben im Fach Geschichte sehr viel über den Krieg gesprochen. Außerdem war ich an den Landungsstränden, dort, wo die Alliierten gelandet sind. Sich diese Orte anzusehen und dort zu sein, verschafft einen noch besseren Eindruck, als immer nur in den Bücher darüber zu lesen und das Thema im Unterricht zu behandeln. 

Nicht nur im in der Schule interessieren sich die Franzosen für den Krieg und die Deutsch-Französische-Freundschaft; in der vorletzten Woche meiner Abreise kam ein Reporter einer großen Tageszeitung zu uns in die Schule und hat mit Alexiane, zwei anderen Schülern und mir ein Interview geführt. Das Thema war „70 Jahre deutsch-französische Freundschaft“  Wir wurden zu den Vorurteilen befragt, unserer Meinung zu den Fächern Deutsch und Französisch in der Schule und wie wir heute darüber denken. Leider ist aber immer noch die Meinung der Franzosen, dass wir Deutschen immer noch Nazis sind. Das finde ich sehr schade. Ich hoffe, dass ich vielleicht irgendetwas gegen diese Vorurteile beitragen konnte. Mit einem Foto und den Kommentaren sind eine Woche später in der Zeitung "Ouest France" erschienen. An diesem Tag, der 8. April 2014 wurden wir abends ins Mémorial zu einer Veranstaltung des 70. Geburtstages der deutsch-französischen Freundschaft eingeladen, dort haben uns Kriegsveteranen von damals erzählt. Ich fand es sehr interessant und spannend die damalige Zeit von Zeitzeugen erzählt zu bekommen.

Die letzte Woche ging richtig schnell vorbei und freitags haben sich alle bei mir verabschiedet und meine Austauschpartnerin hat eine kleine Abschiedsparty veranstaltet.

Samstags hat mich meine Familie bei meiner Gastfamilie abgeholt. Für mich war es schwer, mich von allen zu verabschieden, da sie mir sehr ans Herz gewachsen sind. 

Generell waren die 3 Monate eine super schöne Zeit und am liebsten wäre ich noch länger dort geblieben.

Es gibt noch mehr in Frankreich zu sehen und zu entdecken und ich möchte noch viele weitere schöne Orte kennenlernen, besonders wenn man die Chance bekommt in ein anderes Land zu reisen, sollte man sie auch nutzen. Dazu haben mir vorher auch alle Lehrer und meine Freunde geraten.

Durch den Austausch hat sich meine Lust auf die Sprache Französisch noch weiter gesteigert und ich bin durchaus eigenständiger geworden. 

In der Oberstufe werde ich Französisch als Leistungskurs belegen und vielleicht bekomme ich die Möglichkeit das AbiBac zu erwerben.