1914 bis 2014: 100 Jahre liegen nun zwischen uns und dem Beginn des Krieges, den wir heute als den Ersten Weltkrieg bezeichnen, einem Krieg, der allein in Flanderns Feldern rund 1 Millionen Menschenleben forderte und dem im Vereinigten Königreich mit dem Ausdruck „The Great War“ („Der Große Krieg“) gedacht wird. Zu diesem Anlass reisten Geschichtskurse der Q1 vom 11. - 14. Juni zu einem bedeutendem Abschnitt der Kriegsfront nach Flandern, an dem Deutsche gegen Commonwealth-Soldaten, Franzosen und Belgier kämpften. Neben einigen Stadtbesichtigungen zu Beginn (u.a. Gent) lag das Hauptaugenmerk auf dem Gedenken an die Gefallenen und der Erinnerung an den Krieg. Neben den vielen kleinen Friedhöfen, von denen es um Ypern rund 150 gibt, besuchten die Schüler Tyne Cot Cemeterey, den weltweit größten Gefallenenfriedhof für Commonwealth Streitkräfte. Auf diesem Friedhof gibt es 12000 Kriegsgräber, in denen größtenteils unbekannte Soldaten begraben liegen.
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Ein weiterer wichtiger Gefallenenfriedhof, vor allem für uns Deutsche, ist der Friedhof Langemark. Es ist in dieser Gegend der größte deutsche Friedhof, welcher, anders als die Commonwealth-Friedhöfe, schlicht gehalten ist und sich vor allem durch Massengräber auszeichnet. Insgesamt liegen dort 44324 Deutsche Soldaten begraben. Davon sind ebenfalls mehr als 25000 nicht identifiziert.
Um die Eindrücke der Friedhöfe mit historischem Wissen zu untermauern, wurde das Museum „In Flanders Fields“ besichtigt, dass sich mit dem Leben und Kämpfen im Krieg beschäftigt und dabei dem Besucher die Blickwinkel der verschiedenen Nationen nahe bringt. Die interaktiven Armbänder mit Chip, die uns durch das Museum leiteten, erinnerten an Mohnblumen, ein Symbol für das Gedenken an gefallene Soldaten. Im „Memorial Museum Passchendaele“ erfuhren die Schüler die taktische Kriegsführung und die technischen Neuheiten des Krieges. Neben den vielen Waffen und originalen Uniformen, war die unterirdische Bunkeranlage und der Schützengraben ein Highlight. Ebenfalls ein einmaliges Erlebnis war der „Last Post“, ein Zapfenstreich am Menin Gate zum Gedenken an die Gefallenen des Commonwealth. Trotz des umfassenden Programms, hatten wir abends genug Freizeit, um uns auch abseits des Ersten Weltkrieges zu beschäftigen. Passend zur WM lieferten sich die Schüler ein Fußballduell mit schottischen Schülern, die im selben Hostel wohnten.
Wir freuen uns, dass Herr Dr. Nikolay, unsere Geschichtslehrer, Herr Degenhardt und Herr Hassan, in Zusammenarbeit mit Herrn Grimm des Gustav-Stresemann-Instituts und unseren freundlichen, spontanen Busfahrern es uns ermöglichten, diesen Teil der Geschichte so viel anschaulicher zu erleben, als es im Unterricht je möglich gewesen wäre.