Als Clara-Schumann-Gymnasium ist man im besonderem Maße der Kunst und speziell der Musik verpflichtet. Wer war Clara Schumann eigentlich? Die geborene Clara Wieck war ein Wunderkind. Ihr ehrgeiziger Vater bildete sie zu einer der erfolgreichsten Klaviervirtuosen des 19. Jahrhunderts aus. Sie trat mit 9 Jahren das erste Mal öffentlich auf und blieb 63 Jahre auf der Bühne aktiv. Obwohl weniger extravertiert, löste sie ähnliche Begeisterungsstürme aus wie ein Franz Liszt. Allerdings genoss auch die zu flotten Tempi neigende Clara es, die ein oder andere Saite des Konzertflügels zum Zerspringen zu bringen. Leidenschaft also, Ehrgeiz und Disziplin, aber auch Spaß an der Show, sowie absolute Verpflichtung gegenüber der Kunst, der sie vieles unterordnete.
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Wir streben in unserer musikalischen Arbeit eine ästhetische Bildung an, die sich zwischen künstlerischem Anspruch und pädagogischen Zielen bewegt. Wir versuchen im Musikunterricht eine Balance zu finden zwischen theoretischen und praktischen Anteilen. Im Vordergrund steht dabei, vielfältige Erfahrungen mit Musik zu machen. Dabei versuchen wir, die Schülerinnen und Schüler im Blick zu haben, an ihre Vorerfahrungen und Interessen anzuknüpfen, ihnen aber auch weniger Bekanntes nahezubringen. Klassische Musik ist immer wieder im Fokus, aber auch populäre Musik, Rock und Pop, Jazz, Musical, Filmmusik und Musik aus anderen Kulturen. Vielfalt ist uns auch in unseren außerunterrichtlichen Ensembles sehr wichtig, so arbeiten wir im Orchester (Leitung: Thomas Berlage/Katrin Wimmer) oft mit klassischer Musik, aber auch mit Adaptionen aus Rock, Pop und Filmmusik. In unserem Unterstufenchor (Leitung: Anja Weiß) stehen moderne Songs im Vordergrund und werden auch kleinere Musicals aufgeführt. Der Oberstufenchor (Leitung: Kirsten Friedemann) beschäftigt sich ebenfalls mit einem breit gefächerten Repertoire. Die Big Band (Leitung: Christoph Bube) bleibt natürlich dem Jazz verpflichtet.

Ohne Disziplin geht es nicht. Wir glauben, dass Kunst dann Freude macht, wenn man sie so gut macht, wie man es kann. Schülerinnen und Schüler auf dem Weg dorthin zu unterstützen, ist unser Job. In der Gemeinschaft wächst ein jeder über sich hinaus und präsentiert ein Ergebnis, auf das die Gruppe stolz sein kann.

Ehrgeiz? Ja. Disziplin? Nun, wir arbeiten dran. Spaß an der Show? Unbedingt! Leidenschaft? Ja, auch wenn wir uns nicht freuen, wenn dabei etwas zu Bruch geht. Unsere Instrumente sind uns heilig, ganz besonders unsere drei Flügel und unser neu restauriertes Cembalo.

Wichtig ist uns als Musikfachschaft auch die Arbeit als Team. Unsere Konzerte, in denen wir den Schülerinnen und Schülern eine Bühne für ihr Können geben und das Schulleben bereichern wollen, können nur als Gemeinschaftsleistung gelingen. Ein schönes Beispiel bietet hier unsere Aufführung der Carmina Burana im Juni 2012. Der große Chor, gleitet von Kirsten Friedemann, erarbeitete das anspruchsvolle Chorstück, Anja Weiß die Kinderchorpassagen mit dem Unterstufenchor, Christoph Bube sang im Chor, leitete diverse Einzelstimmproben und brachte seine Posaune zum Einsatz, Katrin Wimmer sang das Sopransolo und Thomas Berlage dirigierte die Konzerte, in denen Frau Weiß und Frau Friedemann die zwei Klaviere spielten. So brachte sich jeder Musikkollege und jede Musikkollegin ein und wir halfen und motivierten uns gegenseitig.

Worüber wir uns auch immer wieder besonders freuen, ist die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen, die im Chor mitsingen, im Orchester mitspielen und unsere Arbeit insgesamt unterstützen. Und natürlich sind wir auch für eine Schulleitung dankbar, die unserem musikalischen Treiben wohlwollend gegenüber steht.

Zum Schuss noch ein paar Worte zu Clara Schumann und Bonn. Clara selbst hat in Bonn nie gewohnt. Die Schumanns kamen aus Sachsen, Clara aus Leipzig, Robert aus Zwickau. 1850 zog das Paar nach Düsseldorf, wo Robert eine Stellung als Musikdirektor annahm. Robert Schumann verbrachte die letzten zwei Jahre seines Lebens in einer Heilanstalt in Endenich, damals ein kleiner Ort vor Bonn. Clara wohnte später in Baden Baden und Berlin, zuletzt in Frankfurt, wo sie am Konservatorium Klavierunterricht gab. Nach ihrem Tod 1896 wurde sie jedoch zusammen mit ihrem Ehemann Robert auf dem Alten Friedhof in Bonn beerdigt.

Clara Schumann, unsere Namenspatronin als Verpflichtung und Inspiration zugleich, prägt unsere Arbeit und unser Selbstverständnis auch nach hundert Jahren.

Die Musikfachschaft am Clara-Schumann-Gymnasium: Verpflichtung gegenüber der Kunst und Spaß an der Show!