Erinnerung an jüdische Mitschülerinnen

Im Rahmen der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus erinnerten Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b des Clara-Schumann-Gymnasiums (CSG) am 27. Januar 2026 im Schauspielhaus Bonn an ehemalige jüdische Schülerinnen ihrer Schule. Zu der Veranstaltung hatten der Oberbürgermeister der Stadt Bonn sowie die Initiative zum Gedenken an die Bonner Opfer des Nationalsozialismus eingeladen.
Das CSG war die erste städtische höhere Mädchenschule Bonns und wurde auch von zahlreichen jüdischen Schülerinnen besucht. Für den Zeitraum von 1908 bis 1938 konnten bislang über 100 jüdische Schülerinnen identifiziert werden. Während der Zeit des Nationalsozialismus teilten sie das Schicksal der deutschen Jüdinnen und Juden: Sie wurden verfolgt, zur Flucht oder Emigration gezwungen, oder wurden deportiert und ermordet; einzelne standen in Verbindung zum Widerstand.
Im Geschichtsunterricht sowie in drei Workshops in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Bonn hatten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Lebenswegen einzelner jüdischer Schülerinnen auseinandergesetzt und entwickelten einen persönlichen Zugang zu deren Biografien. In der Gedenkstunde stellten dann Johann Droß, Nila Hagebaum, Laura Metzer, Rosa Reswanian-Amiri, Elsa Schreiber, Samhita Srigiri und Esther Stumpfe die Biographien von Ilse Fröhlich, Edith Herz, Dorothea Muller, Rita Ross, Karola Waldmann und des Lehrers Rudolf Seligsohn vor.
Für ihren einfühlsamen und eindrucksvollen Vortrag erhielten die Schülerinnen und Schüler viel Beifall. Im Anschluss an die Veranstaltung suchten zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Foyer das Gespräch mit Schülerinnen, die dort die gemeinsam mit der Gedenkstätte Bonn erarbeitete Ausstellung
„Vom Schulalltag in die Verfolgung – jüdische Schülerinnen in der NS-Zeit in Bonn“
präsentierten.
Diese Ausstellung wird auch weiterhin in der Schule gezeigt werden können.